Am Sonntag, 8. März, feierte die Hildesheimer Blindenmission ihr Jahresfest in der Kirchengemeinde St. Lamberti – in diesem Jahr in besonderer Verbindung mit dem Internationalen Frauentag.

Drei Frauen standen im Mittelpunkt des Tages: Martina Helmer‑Pham Xuan, langjährig in der Auslandsarbeit und zuletzt Pröpstin in der Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig, Thea Hummel von der VEM und die ehemalige Missionsschwester der HBM, Lilly Singer.Martina Helmer‑Pham Xuan, langjährig in der Auslandsarbeit und zuletzt Pröpstin in der Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig, hält die Predigt im Talar am Mikrofon, neben ihr ist ein Stehtisch mit Holzkreuz, Blumen und Kerzen

Der Tag begann mit einem festlichen Gottesdienst. In ihrer Predigt stellte Martina Helmer‑Pham Xuan die biblische Gestalt Mirjam, die Schwester des Moses, in den Mittelpunkt. Mirjam wurde als Vorbild für Mut und Hoffnung in schwierigen Zeiten gezeigt – ein biblisches Beispiel für Frauen, die Verantwortung übernehmen, vorangehen und Gottes Weg mitgestalten.Gruppenfoto während des Gottesdienstes in den großen Saal der Lamberti Kirchgemeinde, zu sehen sind viele Gäste von vorn, die Stühle stehen in zwei Blöcken mit Mittelgang, jeweils 4 Stühle nebeneinander, rechts 8 Reihen und links 9 Reihen, auffällig ist die tunnelartige runde Decke mit Holzvertäfelung und runden roten Lampen, die Gäste sind sehr aufmerksam und schauen interessiert in Richtung Rednerpult, an dem A. Chrzanowski steht
Thea Hummel hält einen Vortag mit Mikrofon, vor sich hat sie auf einem Stehtisch zwei Laptops und hinter sich eine Leinwand, die das Thema des Vortrags zeigt: Mehr als ein Merkmal - Intersektionalität verstehen. Sie trägt ein weiß schwarz gestreiftes Hemd und eine blaue blazerähnliche Jacke sowie eine schwarze ArmbanduhrIm anschließenden Teil des Jahresfestes sprach Thea Hummel über Intersektionalität als Zugang, der einen differenzierten Blick auf die Lebenssituation von Frauen ermöglicht. Sie zeigte auf, wie sich unterschiedliche Benachteiligungen – Armut, mangelnde Bildung, soziale Benachteiligungen, kulturelle Regeln oder Behinderungen – überlagern und Frauen vor mehrere Herausforderungen gleichzeitig stellen. Anhand zweier sehbehinderter Frauen aus der Arbeit der HBM in Myanmar und Indonesien machte sie deutlich, wie sehr Frauen von diesen Faktoren betroffen sind und zugleich als Gestalterinnen ihrer eigenen Wege auftreten.

 

 

Schwester Lilly Singer und A. Chrzanowski nebeneinander stehend im Gespräch und beide lachendAm Nachmittag berichtete Schwester Lilly Singer aus ihrer Zeit als Missionsschwester der HBM in Taiwan. Ihre Erzählungen machten deutlich, dass blinde Kinder und Jugendliche, selbst mit Mehrfachbehinderungen, sich zu selbstständigen Menschen entwickeln können, die ihr Leben eigenverantwortlich gestalten. Zugleich wurde sichtbar, welchen Beitrag Frauen wie Schwester Lilly in der Geschichte der HBM geleistet haben.

Ausschnitt von einem Tisch mit weißer Tischdecke und leeren unbenutzten Sektgläsern auf zwei runden schwarzen Tabletts mit grau weißen Servietten mit Blättermuster, eine Wasserkaraffe und eine Orangensaftkaraffe, rechts vorn auf dem Tisch liegen viele Bücher, eingeschweißt und immer das gleiche von Gisela Schulte "Frauen tragen die Hälfte des Himmels"Die Hildesheimer Blindenmission wurde 1890 von Luise Cooper gegründet und ist die älteste Blindenmission Deutschlands. Schon in den Anfängen wurde die Arbeit maßgeblich von Frauen geprägt, die sich für blinde Mädchen und Jungen in Hongkong, China und Taiwan einsetzten.

Der Tag der HBM 2026 führte diese Tradition eindrücklich vor Augen: Frauen gestalten seit über 130 Jahren die Arbeit der HBM – damals wie heute, in Hildesheim und in den Projekten in Südostasien.